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Balthasar Merklin

 Balthasar Merklin wurde 1479 in Waldkirch geboren. Er verlor früh seine Eltern und wurde, da er hochbegabt war, von Verwandten nach Schlettstadt in die Humanistenschule geschickt. Er studierte in Paris und Bologna und erwarb den Doktor für das kirchliche und das weltliche Recht. Von 1502 bis 1504 war er Rektor der Universität Trier.
 Das Zusammentreffen mit Kaiser Maximilian I. auf dem Reichstag zu Konstanz 1507 war entscheidend für seine weitere Zukunft. Er vertrat dort den Bischof von Konstanz und machte dabei einen solch guten Eindruck, dass ihm die Würde eines "kaiserlichen Orators" verliehen wurde, was etwa unserem heutigen Staatssekretär entspricht. 1508 wurde er zum Probst des heimatlichen Chorherrenstiftes gewählt.
 Nach dem Tod Kaiser Maximilians I. nahm ihn sein Enkel Karl V. in seine Dienste. Er wurde geadelt und wählte als Adelsprädikat den Namen seiner Vaterstadt "von Waldkirch". 1522 ging er mit dem Kaiser nach Spanien. 1526 wurde er Reichsvizekanzler. 1528 reiste er zurück nach Deutschland, um bei geistlichen und weltlichen Fürsten, beim Schwäbischen Reichsbund in diplomatischer Mission tätig zu sein.
 Den Höhepunkt seiner Laufbahn erlebte er auf dem Reichstag zu Speyer, auf dem er als Vertreter des Kaisers zusammen mit dessen Bruder Ferdinand den Vorsitz führte. 1530 wurde Merklin zum Bischof von Konstanz geweiht, zu dessen Gebiet damals auch Waldkirch gehörte.
 Die Vorbereitung der Wahl Ferdinands zum König 1531 und seine Krönung in Aachen war seine letzte diplomatische Mission.
 Am Morgen des Pfingsttages 1531, als er in Trier zu einer Weiterreise aufbrechen wollte, erlitt er einen Schlaganfall. Er wurde in Trier in der "Porta Nigra" begraben.
 Trotz seiner vielfältigen Tätigkeiten ist Balthasar Merklin seiner Heimatstadt treu geblieben. z.B. ist seiner Fürbitte das kaiserliche Edikt von 1530 zu verdanken, in dem Kaiser Karl V. Waldkirch das Recht zweier Jahrmärkte verlieh, die damals für die Entwicklung der Stadt von hoher Bedeutung waren.
Er bestimmte ein Haus in Waldkirch als Schulhaus. Somit wurde er zum Stifter der ersten Waldkircher Schule, da damals die Schulmeister in ihren eigenen Wohnungen unterrichteten.
Auch die Hosannaglocke, 1514 in Straßburg gegossen, ist ein Geschenk Merklins.

Balthasar Merklin ist zweifellos der bedeutendste Sohn der Stadt Waldkirch.

Zusammengetragen von Barbara und Thomas Kern aus folgenden Quellen:
Hermann Rambach: Balthasar Merklin, ein großer Sohn der Stadt Waldkirch
 in Beiträge zur Geschichte der Stadt Waldkirch Band 4
Hermann Rambach: Glanz großer Geschichte im Schatten einer kleinen Stadt
 im Heimatbrief Nummer 134 März 1991
Mechthild Michels: Des Kaisers treuer Diener
 Badische Zeitung 26. Mai 2001

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